In früheren Zeiten waren Flüsse ideale Ansiedlungsorte für Industrie und Gewerbe und generierten damit Arbeit und Einkommen.- Heute sind sie in erster Linie beliebte Wohn und Naherholungsgebiete.
Unsere Wanderung führt uns von Solothurn der Aare entlang zum «Emmenspitz», der Mündung der Emme in die Aare, und weiter den Fluss hinauf bis zur Kantonsgrenze. Dabei begegnen wir zahlreichen Spuren, die uns verdeutlichen, wie sehr diese beiden Flüsse die Landschaft und das Leben der Leute in dieser Region geprägt haben.
Die Emme ist bekannt dafür, dass es bei Gewittern im Quellgebiet zu zerstörerischen Flutwellen in ihrem Unterlauf kommen kann. Jeremias Gotthelf hat dies in seiner Erzählung «Die Wassernot im Emmental» auf dramatische Weise beschrieben: „Grau und grausig aufgeschwollen durch hundert abgeleckte Bergwände, stürzt sie aus den Bergesklüften unter dem schwarzen Leichentuche hervor, und in grimmigem Spiele tanzen auf ihrer Stirne hundertjährige Tannenbäume und hundertzentrige Felsenstücke, moosicht und ergraut.“
Ja, bis in meine Jugendzeit hinein verbreitete der Ruf «D’Ämme chund» Angst und Schrecken. Denn in den an den Fluss angrenzenden Schwemmgebieten (Schachen genannt) siedelten sich bereits seit dem Mittelalter vorwiegend arme Leute an. Um die so entstandenen Dörfer vor dem zerstörerischen Hochwasser zu schützen, wurden im Laufe der Zeit das Flussbett begradigt und seitliche Dämme erbaut.
Schon im 13. Jahrhundert wurde das Wasser der Emme genutzt, um Sägereien anzutraiben. Ein Netz von Industriekanälen versorgte dann ab dem 19. Jahrhundert diverse Grossbetriebe in ihrem Unterlauf mit Wasserkraft, so die Papierfabriken in Utzenstorf und Biberist, das Eisenwerk in Gerlafingen oder die Kammgarnspinnerei in Derendingen. Heute sind mit Ausnahme des Stahlwerks in Gerlafingen all diese Betriebe still gelegt und zum Teil neuen Nutzungen zugeführt.
Parallel zur Abnahme der Bedeutung der Emme als Energieressource hat ihre Bedeutung als Ökosystem und Naherholungsraum zugenommen. In diesem Sinne hat der Kanton Solothurn zwischen 2008 und 2020 zwei millionen schwere Grossprojekte durchgeführt, die gleich einem zweifachen Zweck dienen sollten, nämlich der Verbesserung des Hochwasserschutzes und der Wiederbelebung des Gewässerraums und damit einer Aufwertung der Flusslandschaft für Menschen, Tiere und Pflanzen.
5 Jahre nach Fertigstellung zeigen sich bereits deutliche Erfolge: So ist der seltene Flussregenpfeifer wieder an die Emme zurückgekehrt. Ob wir ihn allerdings im März bereits hören werden, ist ungewiss. Aber ganz bestimmt werden wir in der Auenlandschaft verschiedenen anderen Frühlingsboten begegnen.
Unseren Wandertag starten wir wie gewohnt mit Kaffee und Gipfeli. Doch dieses Mal müssen wir zuerst eine Viertelstunde wandern. Denn als Ort für unsere Znünipause haben wir das Bistro «Fleur de Soleure» ausgewählt. Es liegt direkt an der Aare in der Neubausiedlung «Riverside» in Zuchwil. Diese Siedlung ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie auf einer Industriebrache (dem ehemaligen Sulzer-Areal) qualitativ hochwertiger Wohnraum entstehen kann.
Für das Mittagessen haben wir unsere Gruppe im Restaurant «Läbesgarte» in Biberist angemeldet. Dieses Restaurant ist Teil des gleichnamigen Alters- und Pflegeheims und seine Küche ist bekannt für gutes und preiswertes Essen.
Die Nachmittagswanderung führt uns weiter der Emme entlang bis zur Kantonsgrenze und dann hinauf auf den unteren Altisberg. Doch keine Sorge, es sind bloss 40 Höhenmeter zu überwinden. Der letzte Teil der Wanderung führt uns dann auf einem bequemen Strässchen dem Biberenbach entlang zur Bahnstation Lohn-Lüterkofen, von wo viertelstündlich Züge nach Solothurn oder Bern verkehren.
Die Länge der Vormittagstour beträgt 9 km und am Nachmittag sind es dann noch 4 km.
Routendateien
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von Solothurn Bahnhof via Aare und Emme nach Biberist Läbesgarte

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