Smarte Brillen und Roboter als Navigationshilfen

Die Technologien, welche das autonome Fahren ermöglichen, bergen auch ein grosses Potential für die Unterstützung der Mobilität blinder Menschen. Mehrere spannende Projekte sind diesbezüglich imgange.

1. Die smarte Brille von .LUNA

An der CES 2026 – das ist eine jährlich stattfindende Messe, an welcherFirmen und Startups ihre neusten Entwicklungen und Projekte präsentieren – hat das rumänische Startup .LUNA eine intelligente Brille vorgestellt, welche in der Lage ist, Hindernisse in Echtzeit zu erkennen und deren Position mittels  haptischem Feedbacks auf der Stirne der Nutzenden anzuzeigen. Dies soll es ermöglichen, Hindernissen rechtzeitig auszuweichen. Ergänzt wird das System durch 3D-Audiohinweise, welche Objekte und Orientierungspunkte räumlich präzise anzeigen.  Dank kontinuierlicher Umgebungsanalyse (mehr als 100 Bilder pro Sekunde) soll das Gerät in der Lage sein, wichtige Informationen in Echtzeit zu «erkennen» und den Nutzenden darauf basierend hilfreiche Anleitungen zu geben. Das Gerät Funktioniert ohne Zusatzgerät oder externe Datenverbindung.

Die Kehrseite der Medaille ist, dass all diese Funktionen natürlich nicht in einer eleganten leichten Sonnenbrille untergebracht werden können, wie sie etwa die Ray-Ban Brillen sind. Die Brille von .LUNA sieht eher aus wie eine grosse VR-Brille, die Augen und Stirne bedeckt  und sie ist mit rund 800 Gramm auch gewichtwmässig recht schwer. Das dürfte wohl einen nicht geringen Einfluss auf die Akzeptanz haben. Und da vorgesehen ist, sie als «Medizinisches Hilfsmittel» anzumelden, muss wohl damit gerechnet werden, dass auch der Preis in einer anderen Liga spielen wird.

Quelle: Imtest

Eine Person trägt die KI-Brille von .LUNA

2. Der Robodog-Test an der ETH

Aktuell läuft an der ETH Zürich ein Testversuch mit einem robotischen Blindenführhund. Wir werden über die Ergebnisse dieses spannenden Projekts berichten, sobald die Testphase abgeschlossen ist.  und natürlich interessiert es uns auch zu erfahren, wie es danach weiter geht.
Generelle Informationen über das zukunftsweisende Projekt finden sich bereits jetzt auf der Homepage der ETH. Hier der Link dazu!

Robodog – ein Leuchtturmprojekt des Zentrums für projektbasiertes Lernen an der ETH Zürich

3. Das Projekt Helpfix

Die Idee, Robotik für die Verbesserung der Orientierung und Mobilität blinder und erheblich sehbehinderter Menschen einzusetzen, beschäftigt offensichtlich auch Studierende an andern Hochschulen. So hat Retina View aus Berlin aus Anlass des internationalen Tags des Führhundes am 29. Januar einen Podcast veröffentlicht, in welchem das Projekt «Helpfix» vorgestellt wird. Dabei geht es ebenfalls um einen Roboter, der sehbehinderten Menschen das Zurechtfinden auf einem Universitätskampus erleichtern soll. Nachstehend der Link zu diesem Beitrag:

Retina View: Podcast zum Helpfix

4. Weitere Lösungsansätze

Einen Schritt weiter sind sie schon in China. Dort hat die Firma Xiaomi einen 4-beinigen Robotter-Hund bereits in zweiter Generation heraus gebracht. Er sieht aus wie ein Dobermann, wiegt 8,9 Kilo und ist mit 19 Sensoren ausgerüstet. In China ist er für rund 1600 Franken zu kaufen, doch voreerst ist er nur in und für China erhältlich. Eine andere chinesische Firma hat einen 6-beinigen «Führhund» entwickelt. Aus meiner Sicht wäre das dann aber eher ein Führkäfer!

Auch im Vereinigten Königreich (UK) und in den USA beschäftigen sich mehrere Universitäten mit dem Thema. Zumeist ist das Wirkungsfeld dieser Roboter auf ein speziell kartographiertes Gebiet, zum Beispiel ein Hochschulcampus, begrenzt.

Es bleibt zu hoffen, dass aus den verschiedenen Forschungsansätzen bald einmal ein taugliches auf dem Markt erhältliches Produkt hervor geht. Wir von der Apfelschule werden die Entwicklung aufmerksam verfolgen und dich, lieber Leser, liebe Leserin zeitnah über die neusten Entwicklungen informieren.