Geschichte

Das iPhone von Apple war das erste Smartphone, das schon sehr früh Bedienungshilfen für Menschen mit einer Sehbehinderung im Betriebssystem integriert hatte. Gerade die Funktionen VoiceOver und Siri ermöglichen es blinden und sehbehinderten Menschen damals wie heute, ihr iPhone mit etwas Übung fast normal zu verwenden. So können Personen mit einer Seheinschränkung die Möglichkeiten der Kommunikation, der Organisation, der Medien oder der Navigation eines iPhones nutzen.

Da das Bedienen eines Bildschirmes ohne spürbare Tasten nicht so einfach ist, braucht es schon ein bisschen, bis ein iPhone mit VoiceOver bedient werden kann. Und genau aus dieser Überlegung heraus entstand die Apfelschule.

2012 – Wie alles begann

Der Ehrenpräsident, Urs Kaiser, hat sich die Schulung von blinden und sehbehinderten Personen auf dem iPhone zur Aufgabe gemacht. Er schrieb in langer Arbeit Anleitungen, führte Kurse durch, hielt Treffen ab und startete im Jahr 2012 mit einer Webseite, die vielen Menschen erlaubte, zu ganz neuen Ufern aufzubrechen. Dank diesem breiten Angebot konnten betroffene Personen in einer ungeahnten Weise am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Erfreulicherweise nahm die Nachfrage nach Informationen und Schulungen stetig zu und mehr und mehr blinde und sehbehinderte Personen suchten die Hilfe der Apfelschule. Das war mit einer ehrenamtlichen Ein-Mann-Show nicht mehr zu schaffen und so suchte man 2016 nach einer institutionellen Lösung.

2015 – Start der WhatsApp Gruppen

Im Jahr 2015 entstand zum ersten Mal eine WhatsApp Gruppe der Apfelschule. Der Anfang machte die Gruppe «Le réseau des iPhoniens» aus der Westschweiz. Weitere Gruppen wie der ApfelTalk in der Deutschschweiz folgten in den kommenden Jahren. Diese Austauschplattformen von blinden und sehbehinderten Menschen bilden einen wichtigen Bestandteil, um rasch an Antworten zu digitalen Themen zu kommen.

2016 – Gründung Verein Apfelschule

Am 1. Juli 2016 konnte der Verein Apfelschule mit über 60 Gründungsmitglieder im Alten Spital in Solothurn ins Leben gerufen werden. Und drei Monate später, am 1. Oktober 2016, startete eine professionelle Geschäftsführung in der Deutsch- und der Westschweiz.

Im Jahr 2016 startete auch die Anschubfinanzierung des Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (SBV), welche es der Apfelschule überhaupt ermöglichte, eine professionelle Geschäftsführung anzustellen. In den kommenden Jahren sollen weitere Mitarbeitende folgen, die das Angebot der Apfelschule Tag für Tag ausbauen. Diese äusserst wertvolle Anschubfinanzierung dauert rund 3 ½ Jahre und endete 2019.

2020 – Subventionen

Die Apfelschule wurde an der Delegiertenversammlung 2019 des SZBLIND, dem Dachverband des Blindenwesen, als ordentliches Mitglied aufgenommen. Im Jahr 2020 ergab sich dann die Möglichkeit, Subventionen vom Bundesamt für Sozialversicherung (BSV) zu erhalten. Diese Subventionen werden via der EG 74 (Einfache Gesellschaft nach IVG Art. 74) ausgerichtet. Der Erhalt dieser Subventionen ist natürlich auch mit Verpflichtungen verbunden. So muss die Apfelschule pro Jahr vordefinierte Leistungen erbringen. Der Erhalt dieser Subventionen stellt ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Apfelschule dar. Denn diese Gelder sind ein wesentlicher Bestandteil der Einnahmen.

2020 – Die Covid Jahre

Sätze wie «Bleiben Sie zu Hause» sind uns alle sicher noch in Erinnerung. Die Covid Jahre waren auch für die Apfelschule eine grosse Herausforderung. Unsere Kurse fanden bis dato stets physisch statt. Nachdem klar war, dass dies aktuell nicht möglich ist, haben wir nach alternativen Möglichkeiten gesucht. Und so konnten wir viele Kurse online via FaceTime durchführen.

Ebenfalls führten wir mehrere Mitgliederversammlungen online durch.

2022 – 10 Jahre Apfelschule

Logo 10 Jahre Apfelschule.

Das Jahr 2022 ist gleichbedeutend mit dem ersten grossen Jubiläum der Apfelschule. Denn die Apfelschule feierte ihren ersten runden Geburtstag. Wir taten dies mit diversen Feierlichkeiten. So gab es genau an unserem Geburtstag, am 14. Februar 2022 – notabene dem Valentinstag – einen Jubiläums-Wander Treff in unserer Heimatstadt Solothurn. Der Gründer der Apfelschule, Urs Kaiser, führte uns durch die malerische Stadt und wir erfuhren sehr viel über die Heimat der Apfelschule. Und anlässlich der Mitgliederversammlung wurde mit einem leckeren Mittagessen und diversen Vorträgen und Workshops das Jubiläum gefeiert.

Weiter war das Jahr 2022 auch das Jahr in dem unsere Lernvideos auf YouTube starteten.

2025 – Wechsel im Präsidium

Anlässlich der 10. Mitgliederversammlung 2025 trat Peter Fehlmann als Präsident des Vereins Apfelschule zurück. In seinen Präsidialjahren hat er die Apfelschule zu einer professionellen und im Blindenwesen sehr bekannten und anerkannten Organisation geformt. Ein grosses Kapitel geht zu Ende und eine neue Seite wird aufgeschlagen. Christina Fasser übernimmt das Präsidium. Sie war seit der Gründung des Vereins im Vorstand und langjährige Vize-Präsidentin.

2026 – Scuola dela mela

Ab 2026 spricht die Apfelschule auch italienisch. Denn ab Mitte 2026 haben wir auch einen Mitarbeiter in der italienisch sprechenden Schweiz. Die Webseite www.scuoladellamela.ch ist zwar schon etwas länger online, beschränkte sich aber auf einzelne Beiträge. Dies ändert sich nun. Ab sofort werden auch im Tessin die gleichen Angebote wie in der West- und Deutschschweiz verfügbar sein.

Dies markiert einen weiteren grossen Meilenstein für die Apfelschule. Ab sofort können wir sagen, dass die Apfelschule eine national tätige Organisation ist.